Das Porträtarchiv

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Marcel Hug, (19), fünffacher Rollstuhl-Europameister
Marcel Hug stammt aus Pfyn und startete im Jahr 1996 als Zehnjähriger seine Karriere im Rollstuhlsport an der er bis heute hart arbeitet. Hier ein Tag aus seinem Leben:

Seit dem Sommer 2004 besuche ich die «Freis Schulen AG» in Luzern, an der ich meine vierjährige KV-Lehre absolviere. Ich wohne in der Stadt Luzern zusammen mit meinem Bruder und komme am Wochenende bei Gelegenheit nach Hause. Das Besondere an dieser Schule ist das Ausbildungsangebot in einer Sportlerklasse. Ein normaler Wochentag beginnt bei mir deshalb mit Schule. Diese dauert bis zum Mittag oder Nachmittag. Gleich anschliessend gehe ich entweder ins Krafttraining oder nach Hause, um mich dort den Schulaufgaben zu widmen. Abends gehe ich täglich ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil zum Training. Hier trainiere ich mit meinem Trainer auf der Bahn, der Rolle oder dem Laufband. Meistens sind wir mehrere Athleten in der Trainingsgruppe.

Wenn ich einen Wettkampf habe, sieht mein Tagesablauf natürlich etwas anders aus: Etwa zwei Stunden vor dem Start komme ich jeweils am Wettkampfplatz an, damit ich genug Zeit habe für die Vorbereitung. Das heisst, das Material nochmals durchchecken, mich mental vorbereiten und aufwärmen. Anschliessend folgt der Wettkampf. Ich bestreite in der Regel pro Bahnmeeting mehrere Disziplinen. Zwischen den einzelnen Starts ist Erholung angesagt und die Konzentration auf den nächsten Start.

Ich starte auf der Bahn national über 100 bis 10'000 Meter. Bei internationalen Wettkämpfen von 400 bis 10'000 Meter. Meine favorisierten Distanzen sind im Mittelstreckenbereich: 800 Meter, 1500 Meter und 5000 Meter. Meine Prioritäten sind die Bahndistanzen. Nach der Bahnsaison bestreite ich im Herbst auch verschiedene Strassenwettkämpfe. Dazu gehören jährlich auch bis zu drei Marathons.

Meine Motivation, Spitzensport zu betreiben, ist das Streben nach Höchstleistungen, die Herausforderung und der Ehrgeiz, der Beste zu sein. Im Jahr 1996 bin ich im Alter von zehn Jahren zur Rollstuhl-Leichtathletik gekommen: Die damalige Leiterin des Rollstuhlclubs hatte einen alten Rennrollstuhl mitgebracht, den ich natürlich ausprobierte. Mit Erfolg, denn noch im gleichen Jahr konnte ich bei einem Rennen starten und seit dieser Zeit bin ich mit dabei.

In den vergangenen Jahren konnte ich schon einige internationale Preise mit nach Hause nehmen: Bei den Paralympics in Athen 2004 gewann ich Bronze über 800 und 1500 Meter. Bei den diesjährigen Europameisterschaften in Finnland gewann ich viermal Gold über 800 bis 10'000 Meter, einmal Bronze über 400 Meter und einmal Gold in der 4 x 400 Meter Staffel.

Einen Sport auf diesem hohen Niveau zu betreiben ist kostenintensiv. Darum bin ich sehr froh, dass ich von unserem Sportverband, der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, sowie von persönlichen Sponsoren unterstützt werde. Zur Zeit habe ich drei persönliche Sponsoren: Gebrüder Dähler AG Zürich, Hug AG Luzern und als Materialsponsor den japanischen Rollstuhlhersteller OX-Group. Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass ich weiterhin viel Erfolg im Sport habe. Vielleicht so viel, dass ich mir eine Zeit lang mein Geld als Profisportler verdienen kann. Ebenfalls ist es mir wichtig, meine Berufsausbildung abzuschliessen.

Internet: www.marcelhug.com












































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