Das Porträtarchiv

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Katrin Sauter macht Theater in Frauenfeld
Ich treffe mich an einem verregneten Dienstagabend mit Katrin Sauter. Die Zeit ist begrenzt, denn auch an diesem Abend steht bei ihr noch eine Theaterprobe auf dem Programm. Ja, das Leben einer Theaterpädagogin ist zuweilen stressig und muss sorgfältig organisiert sein! Im Moment stehen bei ihr zwei grosse Projekte auf dem Programm: Zum einen die Produktion «Glück liegt immer auf der anderen Seite» des «Jungen Theater Thurgau», zum anderen das Stück «Fealan», das sie, sechs weitere Theaterpädagogen und der Regisseur Gian Gianotti mit zirka 350 Kindern am Theater Winterthur aufführen. Doch wer ist Katrin Sauter überhaupt, und warum führt sie unsere Reihe von Porträts über Leute von und um Frauenfeld weiter?

Katrin Sauter ist freischaffende Theaterpädagogin und Vorstandsmitglied des VorStadttheaters im Eisenwerk, 35 Jahre alt, ist gemeinsam mit ihren beiden Schwestern und ihren Eltern in Basadingen aufgewachsen und wohnt aktuell in Zürich. Ursprünglich lernte sie Primarlehrerin und unterrichtete in Hüttwilen sechs Jahre lang auf der Unterstufe.

Ein zufälliges Zusammentreffen - oder sollte es doch Schicksal gewesen sein? - mit dem Frauenfelder Theaterschaffenden Markus Keller brachte sie allmählich zum Theater. Als sie nämlich eines schönen Nachmittags nichts ahnend im Garten mit ihrer Familie Akkordeon spielte, spazierte der Genannte am Garten vorbei und fragte die musikalische Jungprimarlehrerin spontan, ob sie und ihr Akkordeon nicht Lust hätten, in einem Theaterstück im Eisenwerk musikalisch mitzuwirken. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagte sie zu - der Keim für ihre Liebe und ihr Interesse zum Theater war gepflanzt.

So gehört sie seit dieser Zeit quasi zum Inventar des Eisenwerks und konnte bereits in der Anfangszeit in alle Tätigkeitsbereiche, sei es Schauspiel oder Administration, hineinschnuppern, bis sie schliesslich das Präsidium des Theaters übernahm. Nach sechs Jahren Tätigkeit als Primarlehrerin und bereits gesammelten Erfahrungen im Theater, beschloss Katrin Sauter, ihr Hobby zum Beruf zu machen und begann ein Studium der Theaterpädagogik an der «Zürcher Hochschule der Künste». Doch warum entschied sie sich gerade für Theaterpädagogik und beispielsweise nicht für Schauspiel? Dafür gab es mehrere Gründe: Zum einen verspürte sie keinen Drang, auf Biegen und Brechen auf einer Bühne zu stehen. Ausserdem wollte sie intensiv mit anderen Menschen zusammenarbeiten und ihnen das Feuer und die Leidenschaft des Theaterspielens weitergeben.

Was sie weiter an ihrem Beruf schätzt, ist die Arbeit mit verschiedenen Menschen in einem Team und das «Etwas-Bewirken-Können». Wenn man am Schluss einer Projektwoche mit einer schwierigen Klasse sieht, dass man mit Theater etwas an ihrem rüpelhaften Verhalten ändern konnte, dann ist das sehr erfreulich und zufriedenstellend! So sieht man, dass ein Funke von einer Person zu einer anderen hinübergegangen ist und in irgendeiner Weise etwas bewirkt hat.

Aber auch die Vielfalt, Kreativität und Grenzenlosigkeit fasziniert die Theaterpädagogin an ihrem Beruf. In der Kunstgattung ist es unmöglich, etwas zweimal genau gleich zu machen: Ein Theaterstück, ganz egal, wie viele Male es bereits aufgeführt wurde, ist niemals gleich, sondern immer anders und dies verhindert, dass jemals Langeweile aufkommen kann.

Theater bedeutet für Katrin Sauter ebenfalls ein Schmelztiegel, der die verschiedenen Künste und Elemente wie Tanz, Musik, Bewegung und Licht zusammenbringt und aus Nichts plötzlich etwas Immenses entstehen lässt.

Natürlich gibt es aber, wie in jedem Beruf, auch in der Theaterpädagogik Schattenseiten: Theaterpädagogin zu sein bedeutet sich ständig in einem Spannungsfeld von verschiedenen Erwartungen zu befinden. Nicht nur das Publikum stellt Erwartungen an das Stück, die Schauspieler und somit an die Regisseurin. Nein, auch das Team, die Geldgeber und die Theaterpädagogin selbst haben bestimmte Erwartungen, die es unter einen Hut zu bringen gilt.

Natürlich interessierte mich auch, warum Katrin Sauter gerade in Frauenfeld Theater macht und nicht im grossen und glitzernden Zürich? - Frauenfeld stellt für die ausgebildete Theaterpädagogin ihre Theaterheimat dar, hier hat sie im Eisenwerk erste Theaterversuche erprobt und Fuss gefasst. So konnte sie über die Jahre hinweg ein Netzwerk aus zahlreichen Leuten der Ostschweizer Theaterszene aufbauen. Durch den Standort Frauenfeld ist sie zudem nahe bei den Kulturförderern des Kantons und der Stadt, die sie so spontan und flexibel persönlich treffen kann.

Zudem schätzt sie den Abstand zwischen Zürich und Frauenfeld: Zürich als Inspirationsquelle, das Ideen und Stoff zum Theaterspielen liefert. Frauenfeld auf der anderen Seite als Ort, an dem sie das Aufgenommene umsetzen, übertragen und weitergeben kann.

Was wünscht sich Katrin Sauter, die sich selbst als flexible Macherin beschreibt, die sich auf Neues einlassen und verschiedenste Fäden zusammenführen kann für die Zukunft? - Die Zukunft soll weiterhin dynamisch bleiben und sowohl bewegte, als auch ruhigere Zeiten beinhalten. In ihren ursprünglichen Beruf als Primarlehrerin möchte sie nicht zurückkehren, denn auch weiterhin will sie sich den kulturell-künsterlischen Lebensbereichen widmen.

Wer jetzt Lust bekommen, hat ein Stück der Theaterschaffenden, wie sie sich selbst lieber bezeichnet, zu besuchen, um sich von ihrem Können zu überzeugen, hat verschiedene Möglichkeiten. Hier zwei wichtige Daten:

- «Glück liegt immer auf der anderen Seite»: Premiere
      ist am 17. April 2009 in Frauenfeld.
- «Fealan»: Premiere ist am 9. Mai 2009 in Winterthur.

Internet: www.katrinsauter.ch












































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