Das Porträtarchiv

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Glory Svaerd-Obi
Glory Svaerd-Obi stammt aus Kamerun und hat sich vor einigen Jahren ins momentan kalte Frauenfeld verirrt ... und ist bis heute geblieben. Sie fragen sich jetzt vielleicht, warum jemand vom warmen Kamerun nach Frauenfeld kommt. Hier des Rätsels Lösung:

Im Jahr 1994 kam ich das erste Mal in die Schweiz. Wenn ein Schweizer in die Ferien, beispielsweise in mein Heimatland Kamerun fährt, dann wählt er seine Destination wahrscheinlich aufgrund der am schönsten illustrierten Bilder in einem Ferienkatalog aus. Ich hingegen beschloss nicht aufgrund von Katalogbildern, welche etwa das Jungfraujoch zeigen, in die tausende von Kilometern entfernte Schweiz zu reisen. Der Hauptgrund meiner Reise war der Besuch eines Schweizer Freundes, der in Bern wohnte. Schon seit diesem ersten Aufenthalt in der Schweiz gefiel es mir hier sehr gut. So kam es, dass ich nach der Rückkehr in meine Heimat noch zwei weitere Male in die Schweiz kam, um Urlaub zu machen. In dieser Zeit entdeckte ich nicht nur das leckere Käsefondue, den kalten Winter und die hohen Berge in der Schweiz. Ich fand hier zeitgleich auch meinen zukünftigen Mann. Er war ab sofort ein weiterer Grund, warum ich in der Schweiz bleiben wollte. Die Bürokratie und die zahlreichen Ämter wollten mir keinen Strich durch die Rechnung machen, und so lebe ich nun seit 1996 fest in der Schweiz.

Am Anfang hatte ich schon einige Integrationsprobleme. Aber das legte sich bald, weil ich das Denken der Schweizer und deren Mentalität allmählich immer besser kennenlernte. Und die Klimaprobleme? Naja, da blieb mir gar nichts anderes übrig als mich einfach tapfer daran zu gewöhnen.

Nach einiger Zeit verschlug es mich nach Frauenfeld, wo ich dann auch zu meiner Arbeitsstelle im Restaurant «Promenade», oder besser als «Buumä» bekannt, kam. Dieser Job bestimmt deshalb auch meinen ganzen Tagesablauf. Ich habe mich schon nach einiger Zeit dem klischehaften Tagesrhythmus «Aufstehen, Arbeiten, Schlafen» hingegeben. Das aber unter keinen Umständen mit Unlust. Ganz im Gegenteil: Ich arbeite sehr gerne hier in der «Promenade», vor allem weil ich durch diesen Job zahlreiche nette Leute kennengelernt habe.

Leider kam es auch an meiner Arbeitsstelle bereits zu rassistischen Zwischenfällen. Aber davon abgesehen, bin ich sehr glücklich in der Schweiz. Meine Einstellung, dass es auf jedem Flecken dieser Erde gute und schlechte Menschen gibt und mein Optimismus erleichtern es mir, solche Sachen hinzunehmen. Und ausserdem hat mir Frauenfeld auch schon die netten und freundlichen Leute gezeigt. Diese Höflichkeit schätze ich sehr an der Schweiz.

Für all diese wertvollen Erkenntnisse gab ich in meiner Heimat Kamerun freiwillig sehr viele Dinge auf: Das Zusammenleben mit meiner Familie und meinen Freunden, mein bekanntes Umfeld, die afrikanische Kultur und meinen eigenen Frisörladen.

Jedes Jahr reise ich zurück in meine Heimat, um die wichtigsten Menschen wieder zu sehen und den «easy Lifestyle», der meiner Meinung nach der grösste Unterschied zwischen der beiden Ländern ist, wieder einmal zu spüren.














































































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